Dan Lorang, Coach von Frodeno & Bora Hansgrohe, im Interview

Dan Lorang, eine der derzeit besten Adressen für Pro Triathleten und Radrennfahrer, verrät uns seine Bedürfnisse in Sachen Planungs- und Monitoring-Tools

Er ist der Coach von Jan Frodeno, Anne Haug & Co. Auch trainiert er die Fahrer des Bora Hansgrohe Professional Cycling Teams. Mit seinen jüngsten Erfolgen, z.B. dem Comeback nach seiner Verletzung und Sieg von Jan Frodeno am Ironman Frankfurt 2019 oder den herausragenden Leistungen von Peter Sagan und seinen Teamkollegen auf der World Tour ist Dan Lorang derzeit einer der erfolgreichsten Coaches im Bereich Triathlon und Radrennsport. Hinsichtlich der Weiterentwicklung von AZUM system haben wir ihn gefragt, was seine konkreten Bedürfnisse im Bereich Trainings- & Ernährungsplanung und Monitoring sind.

Welche Instrumente und Tools setzt du für die Betreuung deiner Athleten ein?

Dan Lorang: Für die Trainingsplanung nutze ich derzeit Trainingpeaks und Web4Trainer. Für die detaillierte Analyse von Trainingsdaten nutze ich Goldencheetah.

Wie wichtig ist für dich der «Training Stress Score» (TSS) von Trainingpeaks?

Dan Lorang: Ich arbeite gar nicht mit dem TSS. Anfangs war ich interessiert, musste dann aber feststellen, dass die effektive Form bzw. Ermüdung des Athleten oft nicht mit dem TSS aus Trainingpeaks übereinstimmt. Das individuelle, qualitative Feedback meiner Athleten gibt mir in den meisten Fällen weitaus hilfreichere Inputs. Der TSS ist eine sehr vereinfachte Form der Belastungsanalyse und kann Hinweise geben, im Profibereich ist der TSS aber nicht einsetzbar.

Wie planst du die Ernährung für deine Athleten?

Dan Lorang: Die Ernährungsplanung machen wir ausserhalb dieser Tools in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten. Die Coaches haben zwar gute Kenntnisse im Bereich Ernährung, dennoch kann ein Ernährungsberater sehr viel zum Erfolg beitragen, indem er sein Wissen und in Form einer umsetzbaren Ernährungsstrategie einbringt. Ein grosser Mehrwert wäre, die Ernährung abgestimmt auf das Training auf derselben Plattform planen zu können – durch Spezialisten mit entsprechenden Zugriffsrechten.

Wie wichtig ist für dich das Thema Planung und Analyse von Kohlenhydraten / Fetten auf Basis INSCYD Leistungsdiagnostik?

Dan Lorang: Für mich persönlich ist INSCYD nicht ein absolutes Muss. Wenn ich aber auf Basis von INSCYD planen kann, also sämtliche Energiestoffwechseldaten abgebildet sind und dann noch die Ernährungsplanung hinzukommt, wird das zu einem sehr mächtigen Tool.

Inwiefern erfüllen die genannten Instrumente und Tools deine Bedürfnisse?

Dan Lorang: Der Einsatz von unterschiedlichen Tools für Planung, Analyse, Monitoring und Ernährung macht eine integrierte Betrachtung schwierig und aufwändig. In denjenigen Tools, die das Thema Planung gut lösen, sind die Analysemöglichkeiten oft nur unzureichend. Die Themen Energiestoffwechsel und Ernährung sind in Verbindung mit der Trainingsplanung in den mir bekannten Plattformen nicht oder nur unzureichend gelöst. Großartig wäre eine Plattform, die all diese Aspekte integriert oder zumindest vernetzt anbietet.

Wir arbeiten an einer Lösung, die das Monitoring mithilfe von Daten aus STRAVA massgeblich verbessern wird. Was wäre dein Wunsch-Feature in diesem Zusammenhang?

Dan Lorang: Das Tool sollte Auffälligkeiten erkennen und diese dem Trainer melden. Denkbar wäre eine Analyse des Verhältnisses Watt/Herzfrequenz für verschiedene Leistungsstufen. Treten bzgl. diesem Verhältnis Anomalien auf, wäre das ein Hinweis für den Coach, näher hinzuschauen. Solche Features wären sehr spannend und würde das Leben des Trainers sehr stark vereinfachen. Generell gibt es weitaus mehr als genügend Daten, noch ungelöst ist aber die Auswertung und sinnvolle Verarbeitung dieses Datenmaterials.

Wäre es für dich ein Problem, wenn deine Athleten ihre Trainings auf STRAVA hochladen?

Dan Lorang: Naja, eigentlich sehe ich es nicht besonders gerne, wenn die Athleten alles hochladen. Die Realität ist aber, dass sie es trotzdem tun. Die Aktivitäten in STRAVA können aber auch als «privat» gekennzeichnet werden, dann steht einem Upload aus meiner Sicht nichts im Weg.

Wie wichtig ist dir die Nähe zum Entwickler?

Dan Lorang: Es wäre gut, Bedürfnisse direkt an den Entwickler melden zu können und zu wissen, dass den Anforderungen auch Rechnung getragen wird. Auch ist mir das Thema Datensicherheit sehr wichtig: Es muss sichergestellt werden können, dass die Athletendaten unter Verschluss bleiben.

Welche zusätzlichen Features würden dir das Leben als Coach vereinfachen?

Dan Lorang: Die wichtigsten Features haben wir bereits besprochen; im Vordergrund steht für mich die Integration und Vernetzung von Planung, Analyse, Monitoring und Ernährung. Dann muss eine grobe Auswertung auch von unterwegs möglich sein: Die Plattform muss auf mobilen Endgeräten funktionieren, um schnell und flexibel reagieren zu können. Nicht zuletzt ist mir ein regelmässiges, qualitatives Feedback meiner Athleten hinsichtlich weniger, einfacher Kriterien wichtig. Zusätzliche Funktionalitäten wie bspw. ein einfaches Buchhaltungssystem oder die Integration mit dem Rollentrainer bzw. Zwift sind „nice to have“ aber nicht zwingend nötig.

AZUM system ist die einzige Plattform, mit welcher sich Planung, Analyse, Monitoring und Ernährung basierend auf INSCYD Daten integriert betrachten lässt. Falls AZUM system deine Bedürfnisse erfüllt, würdest du es dann für deine Athleten einsetzen?

Dan Lorang: Sehr gerne werde ich AZUM system in den nächsten Wochen ausgiebig testen. Was ich bisher gehört habe, tönt sehr interessant und ich freue mich auf den kommenden Austausch!

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