Langlauf – eine durchwegs dynamische Sportart

Bereits seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix gehört Skilanglaufen zum Programm dieser alle vier Jahre stattfindenden Grossveranstaltung. Was damals schon wettkampfmässig durchgeführt wurde, veränderte sich im Laufe der folgenden Dekaden wie kaum eine andere olympische Ausdauersportart. Modifiziertes und umfangreicheres Training, diverse Entwicklungen im Bereich der Langlauftechnik, Verbesserungen im Material und Veränderungen in der Pistenpräparation wie auch den Wettkampfmodi gingen vonstatten. Dabei ist ein Ende dieses multifaktoriellen Entwicklungsprozesses noch nicht absehbar. All diese Faktoren veränderten das Anforderungsprofil sukzessive und trugen zu einer steigenden Laufgeschwindigkeit bei.

Erfolgsfaktoren im Leistungssport Langlauf

Während eine hohe maximale Sauerstoffaufnahme und hohe anaerobe Schwelle seit jeher eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche SkilangläuferInnen stellen, bieten die heutigen Rennen mehr Möglichkeiten auch durch anaerobe Kapazität, Oberkörperkraft, Hochgeschwindigkeitstechniken und taktische Flexibilität Profit zu schlagen. Zudem kommt den verschiedenen Langlauftechniken und derer Komplexität einen entscheidenden Teil im Anforderungsprofil zu. Aufgrund der grossen Geschwindigkeitsspanne und unterschiedlichen Streckenprofile müssen Skilangläufer in der Lage sein, die Technik in Kürze anzupassen und diese dann mit bestmöglicher Bewegungsökonomie auszuführen.

Ideale Ausgleichsportart für Triathleten

In der Ausdauersportart Langlauf sind so viele Muskeln in die Bewegung involviert wie kaum in einer anderen Sportart. Darüber hinaus werden die koordinativen Fähigkeiten gefordert. Diese Fakten sowie die Tatsache, dass Langlaufen klassischerweise in der Natur praktiziert wird, macht Langlaufen auch für TriathletInnen zur idealen Ausgleichssportart. Während die Trainingseinheiten im Triathlon je näher die Wettkämpfe rücken, desto spezifischer werden, bietet es sich umso mehr an, die frühe Phase der Saison polysportiver zu gestalten. Der Körper erfährt dadurch neue Reize, andere Belastungen und auch unter dem mentalen Aspekt kann es durchwegs positiv sein in einem ungewohnteren Kontext sportlich aktiv zu sein. Die Trainingseffekte von regelmässigem Langlaufen wirken also in diversen Aspekten positiv auf die Leistungsfähigkeit im Triathlon. Zudem kann auf der Loipe die eine oder andere Stunde mehr an der frischen Luft verbracht werden.

Trainingsmethodisch können auf den schmalen Skiern sämtliche Intensitätsbereiche abgedeckt werden. Die Trainingsintensität wird sinnvollerweise in Abstimmung mit den weiteren Trainingseinheiten bestimmt. Für Anfänger empfiehlt es sich sehr vorab eine professionelle Instruktion zu geniessen. Fühlt man sich sicherer, kann durchaus auch der eine oder andere Wettkampf eine zusätzliche Herausforderung bieten.


Professionelle Langlauf-Trainingspläne der Schweizer Trainerkoryphäe Christian Flury findest du hier.


[1] Hoffmann, M.D. & Clifford, P.S. (1992). Physiological aspects of competitive cross-country skiing. Journal of Sports Science, 10(1), 3-27.

[2] Losnegard, T. (2019). Energy system contribution during competitive cross-country skiing. European Journal of Applied Physiology, 119, 1675-1690.

[3] Pellegrini, B., Stöggl, T.L. & Holmberg, H.-C. (2018). Developments in the Biomechanics and Equipment of Olympic Cross-Country Skiers. Frontiers in Physiology.

[4] Sandbakk, Ø. & Holmberg, H.-C. (2014) A reappraisal of success factors for olympic cross-country skiing. International Journal of Sports Physiology and Performance, 9(1), 117-121.