Leistungssteuerung im Triathlontraining und -Wettkampf / Input Moxy

Coaches sollten Trainingsparameter stets auf Basis individueller Beurteilung des Athleten definieren. Diese Einschätzung basiert idealerweise nicht bloss auf dem Bauchgefühl des Trainers, sondern gründet auf leistungsdiagnostischen Daten.

In der Sportwissenschaft wird bereits seit längerem mit Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) Forschung betrieben und auch diverse Sportler nutzen diese Technologie in ihrem Trainings- und Wettkampfalltag. Erst jedoch, als norwegische Spitzentriathleten in den vergangenen Monaten in den sozialen Medien vermehrt Fotos verbreiteten, welche zeigten, wie sie mit Moxy-Geräten trainieren, wurde die breite Allgemeinheit in der Triathlonszene auf die NIRS-Technologie aufmerksam. Die Abbildungen in diesem Beitrag wurden den jeweiligen Auftritten der Athleten auf der Plattform Instagram entnommen.

Obwohl nun zwar mal gesehen, verstehen die meisten nach wie vor wenig von der Funktionsweise von Moxy. Zudem fehlt oft das Wissen, um das Potential dieser Geräte einzuschätzen. Dieser Beitrag soll dabei helfen, eine der neuesten Technologien, auf welche unter anderem diese norwegische Trainingsgruppe setzt, besser zu verstehen.

Der „Muscle Oxygen Monitor“ (MOXY)

Der Moxy Monitor ist ein kompaktes, wasserdichtes und portables Wearable. Dieses Gerät misst nicht-invasiv und fortlaufend unter anderem die Sauerstoffsättigung im Muskel. Das real-time Feedback erlaubt sofortige, faktenbasierte Anpassungen der Trainingsintensität.

Was misst Moxy?

Moxy misst mittels NIRS-Technologie die lokale Muskelsauerstoffsättigung (SmO2) und den Totalhämoglobinwert. Diese Daten werden einerseits gespeichert, andererseits aber auch drahtlos übertragen und unmittelbar auf einer Sportuhr oder in zugehöriger Software abgebildet. Damit erlaubt Moxy in Echtzeit zu sehen, was im Innern des Muskels eines Athleten geschieht.

Für Trainer und Athleten interessant ist in erster Linie die SmO2. Diese bezeichnet den Anteil an sauerstoffgesättigtem Hämoglobin und Myoglobin im Muskelgewebe. Angegeben wird die SmO2 als Prozentwert von 0 bis 100. Ein Wert von 0 entspräche dabei totaler Muscle deoxygenation. Vereinfacht ausgedrückt repräsentiert die SmO2 also die Balance zwischen Sauerstoffzufuhr und -verbrauch im Gewebe um die Kapillaren. Wird mehr Sauerstoff benötigt, als geliefert wird, sinkt die Sauerstoffsättigung im Muskel. Die Validität der NIRS-Technologie zur Evaluierung der Muscle Oxygenation während körperlicher Tätigkeit konnte von Mancini et al. (1994) gezeigt werden. Crum et al. (2017) sehen die Reliabilität der SmO2-Messungen von Moxy vor allem bei niedrigen bis moderaten Intensitäten gegeben und halten fest, dass es bei höheren Intensitäten zu grösseren Schwankungen dieser Messungen kommen könne.

Moxy in der Praxis

In Ausdauersportarten kann Moxy insbesondere für die physiologische Trainingsintensitätssteuerung und das Erholungsmonitoring genutzt werden. Die SmO2 inkludiert externale Faktoren wie die Temperatur oder den Ermüdungszustand des Athleten, was die fachkundige Anwendung des Tools besonders effektiv macht. In diesem Punkt unterscheiden sich die Moxy-Daten auch entscheidend von Messwerten wie Tempo oder Watt.

In azyklischen Sportarten, wie beispielsweise dem Eishockey, kann anhand der Moxy-Daten identifiziert werden, wann ein Athlet zu einem bestimmten Punkt ermüdet ist und seine Leistung leidet. Umgekehrt ist auch ersichtlich, wann er auf der Bank ausreichend erholt und somit wieder bereit ist ins Spielgeschehen einzugreifen.

Im Idealfall werden, wie im professionellen Umfeld der norwegischen Triathleten vorbildlich getan, die Moxy-Daten stets in Kombination weiterer physiologischer Parameter interpretiert. Diese kombinierte Information kann dann genutzt werden, um Athleten besser zu beurteilen, effektivere Trainings zu gestalten und in der Konsequenz optimalere Ergebnisse zu erreichen.

Optimierungspotential bei Moxy

Die Penetrationstiefe der Strahlen ist beschränkt. Deshalb kann Moxy nur dann Daten in gewünschter Qualität liefern, wenn die über dem Muskel liegende Hautschicht nicht zu dick ist (< 12mm). Zudem ist die Studienlage zum Training mit Moxy noch sehr begrenzt. Zurzeit gibt es kaum Forschungsbemühungen, die konkrete Anwendung von Moxy im Training mit resultierenden Leistungsveränderungen in Verbindung zu setzen. Weiter erfordert die Interpretation der Moxy-Daten ein gewisses Fachwissen. Können die Entwickler interessierten Sportlern künftig eine leicht verständliche Analyse der Daten präsentieren, kann Moxy eine breitere Zielgruppe ansprechen.  

Im nächsten Blogbeitrag wird Andri Feldmann, welcher sich intensiv mit Moxy beschäftigt, Auskunft zur Nutzung dieses Gerätes geben.

Konzentriere dich auf das Coaching – den Rest übernimmt AZUM system

AZUM system basiert auf den Daten aus der Leistungsdiagnostik. Mit der automatischen Berechnung relevanter Parameter übernimmt AZUM eine zentrale Aufgabe im Trainingsprozess. Die leicht verständliche Darstellung der Daten ermöglicht Coaches eine effiziente und effektive Trainingssteuerung. Mit der direkten Koppelung zur Ernährung deckt AZUM System einen weiteren zentralen Aspekt im Hinblick auf eine optimale Leistungsentwicklung professionell ab.