Nicola Spirigs sieben Tipps zur Bestmarke

Vergangene Woche mussten wir am Referat von Nicola Spirig schmunzeln. Die Triathlon-Olympiasiegerin kann die Finger nicht von Schokolade lassen. Sie kann die Finger aber auch nicht davon lassen, Gold zu wollen. Dafür trainiert sie hart, wie sie am AtupriFit-Referat an der HWZ Zürich eindrücklich zeigte. Nachdem wir am Anlass live bloggten, haben wir Nicolas Tipps für den Weg zur Spitzenleistung noch einmal Revue passieren lassen.

1. Die bestehenden Grundlagen

Nicola ist überzeugt, dass jeder von uns ein sportliches Talent besitzt. Wird es mit Training gefördert, gibt es einem Athleten einen Kickstart auf dem Weg zur Leistungsverbesserung. Talent fördern bedeutet gleichzeitig, Zeit zu investieren. Unterstützt, ja fördert uns unser Umfeld dabei, kann uns (fast) nichts mehr aufhalten.

2. Das hohe und realistische Ziel

Co-Athleten, wir müssen uns auf die Zähne beissen! Das eigene Talent und das positive Umfeld bilden nur die Basis. Auf dem Weg zur Spitze müssen wir uns Ziele setzen. Sie sollen hoch sein, damit wir diszipliniert sind. Aber nicht ausser Reichweite, damit wir motiviert bleiben. Setzt Euch Zwischenziele, die Euch auf dem Weg zum höchsten Ziel belohnen.

3. Der Wille zur permanenten Verfolgung des Ziels

Haben wir schon gesagt, dass wir uns auf die Zähne beissen müssen? Der Wille, unsere Ziele zu erreichen, ist das A und O. Klar gibt es immer wieder Rückschläge. Nicola trainierte 2016 beispielsweise mit viel Metall in der Hand nach ihrem Velosturz in Abu Dhabi. Ihr Ziel war nämlich, 166 Tage nach dem Horror-Crash ihren Titel an den Olympischen Spielen in Rio zu verteidigen. Dafür hat sie alle Hebel in Bewegung gesetzt – und holte Silber.

4. Die konsequente Bereitschaft zur Weiterentwicklung

Ihr müsst den Fortschritt wollen. Reflektiert Eure Trainingsentwicklung, aber auch auf Eure emotionale Welt. Holt Euch Feedback von Aussen. Nehmt Änderungen in Eurem Training vor, so lange Ihr Euch für den Zeitpunkt und die Art bewusst entscheiden könnt. Dazu gehört auch, etwas zu riskieren und sich von Gewohntem zu trennen. Nicola legt für diesen Schritt ans Herz, Altes nicht einfach abzuwerten. Vielmehr sollten wir das mitnehmen, was funktioniert hat. Ein Mix aus Alt und Neu erlaubt uns, stärker zu werden.

5. Das unterstützende Umfeld

Das Umfeld ist Quelle für Motivation und gibt Rückhalt. Die Familie gibt mit ihrem Jubel den letzten Kick im Zielraum. Der Erfahrungsaustausch unter Sportlerkollegen gibt wertvollen Input zur eigenen Verbesserung. Coaches (Trainings-/Ernährung-) planen, reden ins Gewissen und pushen bis über die Grenzen hinaus. Baut Euch ein Umfeld auf, das zu Eurer Mentalität passt.

6. Die mentale Stärke

Wie wir auf Umstände reagieren, entscheidet oft über Sieg oder Frust. Um an der mentalen Stärke zu arbeiten, stellt Eure Intuition infrage: „War das wirklich so gut, wie es sich angefühlt hat?“. Denkt gross. Vertraut in Eure Fähigkeiten. Zielt auf Lösungen. Vor allem Letzteres ist wichtig. Wenn ihr Euch nur auf die Probleme/das Negative konzentriert, blockiert Ihr Euch. Erinnert Euch lieber an ähnliche Problemsituationen zurück, die Ihr erfolgreich bewältigt habt, und setzt diese Handlung fürs Jetzt ein. Wenn Ihr das Gefühl überwindet, an der Wand zu stehen, erreicht Ihr Unglaubliches.

7. Der akribische Plan

Disziplin, Leidenschaft und das Ziel vor Augen ist nicht alles. Ein Plan hilft, den Körper besser zu verstehen. Er bereitet auf besondere Umstände vor. Er lässt Plateaus durchbrechen. Und: Er lässt in Schlüsselsituationen aus Erfahrungen schöpfen, um souverän zu reagieren. Es lohnt sich also, einen zusammenzustellen.

Mit diesen sieben Tipps werden auch wir die unbeschreiblichen Emotionen nach dem Zieleinlauf empfinden können und stolz auf unsere neu gesetzte Bestmarke sein.

Wenn Ihr auf diesem Weg Unterstützung wünscht, schreibt uns. Wir helfen gerne!