Oh Wintertraining, was für eine schöne Bescherung

Sebastian: „Hurra, der Winter ist da! Verschneite Landschaften, Weihnachtsmärkte, Glühwein, Wollsocken und gemütliche Stunden mit der Familie im wohlig warmen Wohnzimmer. Ach Winter, was bist du für eine wunderbare Jahreszeit!“

Jan: „So ein Mist, dieser Winter! Nasse Füsse, klamme Finger, eisige Strassen, Dunkelheit und eine gefühlte Ewigkeit – Schweissausbruch inklusive – bis alle Klamotten fürs Radtraining montiert sind. Ach Winter, was bist du für eine mühsame Jahreszeit!“

Ja was nun? Für viele Sommer-Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler in unseren Breitengraden wahrscheinlicher eher Letzteres. 

Besonders die (langen) Radeinheiten machen mässig Spass, wenn es draussen kalt und nass ist. Vier Monate aufs Radtraining verzichten ist für die meisten von uns allerdings auch keine Option, schliesslich wollen wir im Frühling nicht wieder bei Null anfangen. Nun gut, dann arbeiten wir halt auf der Rolle an unserer Form… Mit immer den gleichen vier Wänden rundherum, kein Fahrtwind (oder nur künstlicher vom Ventilator), schmerzender Po, keine richtigen Abfahrten und Anstiege. Okay, ein wenig Abwechslung täte schon gut. Selbst im Zeitalter von Zwift und Netflix scheint die Uhr nämlich ihre Laufgeschwindigkeit um mindestens die Hälfte reduziert zu haben, sobald der Hintern auf das fest installierte Fahrrad geschwungen wurde. 

Wie sieht’s beim Schwimmen aus? Hm, auch nicht sonderlich toll. Die Hallenbäder sind hoffnungslos überfüllt. Insbesondere zur Stosszeit am Feierabend macht das Kacheln zählen so (noch) wenig(er) Spass (als sonst). Egal auf welcher Bahn, ungemütlich ist es überall. Allzu oft wollen sich das die meisten von uns nicht antun. Und das Training an der frischen Luft fehlt uns ja immer noch.

Bleibt noch das Laufen. Joggend verschneite Landschaften geniessen, das ist es! So romantisch wie wir uns das anfangs Winter ausmalen, werden Laufeinheiten allerdings eher in Ausnahmefällen. Im Flachland liegt entweder kein Schnee oder er verwandelt sich in braunen Matsch, bevor wir die Laufschuhe geschnürt haben. In Nullkommanichts sind die Socken getränkt mit eiskaltem Schmelzwasser. Auch unter guten meteorologischen Bedingungen ist es nicht empfehlenswert, hohe Trainingspensen aufrechtzuerhalten, indem schlagartig Rad- und Schwimmtrainings durch Laufeinheiten ersetzt werden. Die Strukturen (Knochen, Bänder, Sehnen) in den unteren Extremitäten werden beim Laufen in Mitleidenschaft gezogen und brauchen genügend Erholungszeit, um sich anzupassen.

Ihr seht… Das Training für alle drei genannten Sportarten ist in den Wintermonaten eher kein Genuss, sondern eine Plackerei. Es gibt aber tolle Alternativen, die Spass machen und uns in eine richtig gute Frühform bringen. Die Lösung heisst Skilanglauf.

Erfahre in den nächsten Beiträgen, wieso sich Langlaufen hervorragend zum Formaufbau für Rad, Lauf oder Triathlon eignet, und welche Anforderungen das Training auf den schmalen Latten an den Bewegungsapparat stellt.